Pflege
| Das Fell des Irish Terrier
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Für viele Irish-Terrier-Besitzer stellt sich die Frage nach dem richtigen Trimming. Welche Werkzeuge sind am besten geeignet, welche Technik wende ich an? Gibt es doch verschiedene Typen von Fell und für jeden ist vielleicht etwas anderes optimal geeignet. Auch unter Züchtern ist die Frage nach dem "richtigen Fell" eine heiß diskutierte. Als Anregung möchte ich hierzu ein Kapitel aus einem Buch von 1958 vorstellen: " The complete Irish Terrier" von Dr. E. S. Montgomery in der Übersetzung von Emily Clarke Brandt. Lassen wir also Dr. Montgomery zu Wort kommen: "Meiner Meinung nach sollte das Fell in der Beurteilung des Irish Terriers mehr als 15 Punkte wert sein (= Anspielung auf eine Bewertungsskala im Rahmen des Rassestandards, Anm. der Übers.), es ist sogar fast ebenso wichtig wie Kopf und Ausdruck. Ohne das korrekte Fell ist der Irish Terrier nicht als solcher zu bezeichnen. Nur etwa einer von zehn Richtern ist sich der Tatsache bewußt, dass der Irish Terrier kein einschichtiges Haarkleid hat. Das doppelschichtige Haarkleid ist ebenso unerlässlich für den Irish Terrier wie der richtige Ausdruck. Die Felltextur sollte dicht und drahtig sein, von gebrochener Erscheinung, und das Haar muss sehr eng am Körper anliegen. Das Fell sollte so dicht und kräftig sein, dass kaum > Haut sichtbar wird, wenn man es mit den Fingern teilt. Am Ansatz des > harten Oberfells sollte feineres, weicheres Haar wachsen, das etwas heller > ist als das Deckhaar: diese Schicht wird als „Unterwolle“ bezeichnet. > > Schwer zu umschreiben, aber für den sachkundigen Richter und Züchter > eindeutig zu erkennen, ist das korrekte gebrochene Haarkleid („broken coat“). > Um die Unterschiede zu verdeutlichen, sollen hier sieben der am meisten > verbreiteten Felltypen beschrieben werden. Jeder Typ unterscheidet sich > vom anderen. > > 1. Das glatte Fell (smooth coat): dieser Typ erinnert weitgehend an das > Fell des Glatthaar Foxterriers. Diesen Hunden fehlt weitgehend die > Unterwolle und das längere Bart- und Beinhaar. > > 2. Das gerade Fell (flat coat): dieser Typ zeichnet sich durch ein hartes, > eng anliegendes Haarkleid aus, bei dem das einzelne Haar länger ist als > beim glatten Fell. Die Unterwolle ist meist spärlich und im Rücken- und > Lendenbereich deutlich dünner. Kopfbehaarung ist meist reichlich > vorhanden, wenn auch von minderwertiger Qualität und häufig sehr lang. Die > Qualität der Beinbehaarung ähnelt der im Gesicht, ist aber meist spärlich. > > 3. Das offene Fell (open coat): bei diesem Haarkleid ist genausoviel > Unterwolle vorhanden wie beim geraden Fell. Meist in Verbindung mit > reichlich Bein- und Gesichtsbehaarung, was besonders für den Bart gilt, > der oft lang und dicht ist. Im reifen Zustand wirkt das Fell recht > drahtig, aber dieser Zustand hält nicht an, und es wird nach 14 Tagen > überständig (es fällt auseinander). Der Gesamteindruck ist dann offen und > in Konsistenz (Volumen) und Beschaffenheit dem Katzenfell nicht unähnlich. > Dieser Felltyp ist meist weizen- oder rotweizenfarbig. Heutzutage (= 1958) > ist dieser Typ häufig auf Ausstellungen anzutreffen. Das Fell dieser Irish > Terrier wirkt oft eng anliegend, da es die erforderliche Länge nicht > erreicht hat. > > 4. Das weiche oder seidige Fell (soft or silky coat): dieser Felltyp > bedarf kaum näherer Beschreibung, da er selbst für den Anfänger leicht zu > erkennen ist. Das Haarkleid ist weich und seidig, ohne jede Unterwolle und > meist weizenfarbig. Es ist unter keinen Umständen auf Ausstellungen und in > der Zucht zu tolerieren. > > 5. Das lockige Fell (curly coat): dieser Felltyp ist meist an dunkelroten > Tieren zu beobachten. Die Textur ist sehr hart und bildet an Hals und > Rücken Reihen kleiner dichter Locken. Diesen Tieren fehlt meist die > Unterwolle sowie jegliche Gesichts- und Beinbehaarung, sie wirken daher > zartknochig und spitz. > > 6. Das wellige Fell (wavy coat): seit Jahren sorgt dieser Felltyp bei > Richtern und Züchtern für Verwirrung, die ihn fälschlicherweise für den > korrekten „broken coat“ halten. Das ist aber nicht der Fall! Es ist > allerdings gutes Fell, da es meist mit guter dichter Unterwolle und > moderater Gesichts- und Beinbehaarung einhergeht. Allerdings sollte man > Vorsicht walten lassen, denn wenn Tiere dieses Felltyps über zwei > Generationen verpaart werden, treten vermehrt Hunde mit lockigem Fell auf. > > 7. Das gebrochene Fell (broken coat): nur dieser Felltyp ist als korrekt > anzusehen. Die Unterwolle ist hier dicht, seidig und so ebenmäßig wie > Seehundsfell. Meist ist eine moderate, drahtige Gesichts- und > Beinbehaarung vorhanden. Insgesamt ist das Fell reichlich, dicht, üppig > und voller Vitalität. Es ähnelt anfangs dem geraden Fell, aber in reifem > Zustand wirkt es uneinheitlich und an der Oberfläche „gebrochen“, daher > der Name. Es tritt in allen Schattierungen von weizen- bis mahagoniefarben > auf. > > Entscheidend für gutes Fell ist sowohl die Qualität des Deckhaares als > auch der Unterwolle. > > Farbe: der Irish Terrier ist einfarbig. Er kann leuchtend rot, > rotweizenfarbig oder rotgold sein. Solange die Farbe ebenmäßig und > einheitlich ist, ist die Schattierung nicht von überragender Bedeutung. > Wichtiger ist allemal die Qualität des Fells. Sind sonst alle Merkmale > gleichwertig, so sollte der Hund mit der besseren Fellqualität siegen, > unabhängig von der Farbe, sei sie nun weizen- oder mahagoniefarben. > > Natürlich stimmt es, wie im Rassestandard erwähnt, dass die roten, > rotweizenfarbigen oder rotgoldenen Farben vorzuziehen sind. Das ist auf > die Tatsache zurückzuführen, dass die Nachzucht der Hunde dieser > Schattierungen prozentuell wesentlich hochwertiger ist. Allerdings sollten > die rein weizen- oder mahagoniefarbenenen Exemplare auf Ausstellungen > deshalb nicht zurückgestuft werden. Es ist eine hoch anzuerkennende > Leistung, wenn ein Züchter einen weizenfarbenen Irish von hervorragender > Fellqualität produziert, und das sollte auch belohnt werden.“
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